Seit Jahren bereits ist die Rede davon, dass sich der Strukturwandel in der PBS-Branche in immer kürzeren Intervallen vollzieht und zu nachhaltigen Veränderungen führen wird. In dieser boss-Ausgabe fnden sich Beispiele dafür gleich mehrfach und auf den unterschiedlichsten Branchenstufen.
EIGENTÜMERWECHSEL Rückwirkend zum 1. Januar hat die Herlitz AG drei ihrer Produktionsstätten verkauft, die Ordner-Werke im brandenburgischen Peitz, in Rumänien und in Großbritannien. Das war schon eine Überraschung. Aber noch größer war die darüber, dass als Käufer die schweizerische Biella-Neher Holding über ihre hiesige Tochter Biella Deutschland auftrat. Die Schweizer sind nämlich schon jetzt mit Werken in der Schweiz, in Ungarn und in Polen sowie mit Logistikzentren in der Schweiz, in Österreich und den Niederlanden sehr breit aufgestellt. Bestandteil des Deals ist auch die Marke Falken, so dass Biella jetzt erstmals in der Lage wäre, mit einer hierzulande bekannten Marke zu agieren. Bleibt abzuwarten, was man daraus macht. Für Herlitz zeichnet sich hingegen immer deutlicher ab, dass die Berliner offenbar keinen strategischen Fokus mehr auf eine eigene Produktion legen. Man sieht seine Zukunft wohl eher als Marketing- und Vertriebsgesellschaft mit der Marke Herlitz als zentraler Plattform. Alles zum Herlitz-Biella-Dealab Seite 8 dieser Ausgabe.POLITIKWECHSEL Im Ausschreibungsgeschäft will Soennecken zukünftig eine deutlichstärkere Rolle einnehmen als bisher – und das nicht in erster Linie durch Erfolge im Direktgeschäft. Vielmehr sollen die Mitglieder im Wettbewerb mit den Globals unterstützt und gestärkt werden. Dafür hat der Vorstand in Abstimmungmit dem Aufsichtsrat eine Strategie ausgearbeitet, die ab sofort allen Mitgliedern zur Verfügung steht. Der Grundsatz dabei lautet Gleichbehandlung für alle, die diese Unterstützung anfordern. Vorstandschef Dr. Benedikt Erdmann im boss-Interview, zu lesen ab Seite 36 dieser Ausgabe: „Alle Mitglieder, die bei uns in Bezug auf eine bestimmte Ausschreibung anfragen, bekommen dieselben Preise und dieselben Ratschläge.“ Dies ist insofern ein Politikwechsel, als es in den zurück liegenden Jahren zunächst keine und später kurzzeitig eine gezielte Unterstützung einzelner Mitglieder gab. Das führte zu Diskussionen der Mitglieder mit ihrer ZentralePERSPEKTIVWECHSEL Die Verbraucher informieren sich multimedial, die Kundenanforderungen sind mehr dimensional strukturiert, der Vertrieb muss Multi-Channel-mäßig aufgestellt sein. Andernfalls erzwingt der Markt die notwendigen und teils schmerzhaften Anpassungsprozesse. Diesen Perspektivwechsel haben wir in einem von uns initiierten Diskussionsforum mit Experten aufgearbeitet. Kannibalisierung oder Mehrumsatz, Emotion oder Ratio, Online oder Stationär? Es gibt viele Schlagworte, mit denen man sich dem Thema Multi-Channel im Vertrieb von den unterschiedlichsten Seiten her nähern könnte – aber welche Relevanz haben diese? Die Diskussion darüber beherrscht schon seit einiger Zeit die PBS-Branche. In dieser Ausgabe dokumentieren wir ab Seite 28 Teil 1 unserer Gesprächsrunde.