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Mittwoch 04.04.2018 09:37:00

Plattformen sollen für Steuerschuld von Händlern haften

Bild: Timo Klostermeier, pixelio.de
Im Dezember 2017 wurden auf EU-Ebene Maßnahmen zur Sicherung des Steueraufkommens im Internethandel beschlossen. Demnach werden Handelsplattformen verpflichtet, die Umsatzsteuer für die auf ihren Plattformen agierenden Händler aus Drittstaaten an die Finanzbehörden abzuführen. Die Steuerverwaltung erhält so Ermittlungs- und Vollstreckungsmöglichkeiten, um Steueransprüche durchzusetzen. Die neuen EU-Regelungen treten allerdings erst Anfang 2021 in Kraft und müssen vorher noch in nationales Recht umgesetzt werden. „Deutschland sollte deshalb so schnell wie möglich nationale Maßnahmen ergreifen, um das Ausmaß der Steuerausfälle für den deutschen Fiskus und die erheblichen Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten inländischer Unternehmer schon vor 2021 zu begrenzen“, so der Präsident des Bundesrechnungshofes Kay Scheller. Deutschland entgehen erhebliche Einnahmen bei der Umsatzsteuer auf im Internet bestellte Warenlieferungen und die Finanzverwaltung hat, nach eigenen Angaben, keinen Überblick, wie viele Unternehmen aus Drittländern über Handelsplattformen ihre Waren in Deutschland verkaufen. Erfasst werden regelmäßig nur Händler, die sich freiwillig melden oder über die Kontrollmaterial vorliegt. Dadurch entstehen Deutschland nicht nur erhebliche Steuerausfälle. Händler aus Drittstaaten, die keine Umsatzsteuer zahlen, verschaffen sich auch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber inländischen Unternehmern.
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