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17.03.2020 14:08:52

HDE befürchtet Insolvenzwelle im Einzelhandel

So volle Einkaufsstraßen dürften auf absehbare Zeit nicht mehr zu sehen sein.
Angesichts des im Zuge der Coronakrise angekündigten „Shut downs“ im Einzelhandel befürchtet der HDE irreparable Schäden im Handel und hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sofort und unbürokratisch zu helfen: „Während der Lebensmittelhandel versucht, die durch Ängste in der Bevölkerung ausgelösten Hamsterkäufe durch gute Zusammenarbeit aller Beteiligten in der Lieferkette und durch eine effiziente Logistik zu bewältigen und die Versorgung der Bevölkerung auch in den nächsten Wochen sicherzustellen, werden tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen durch den massiven Umsatzausfall vernichtet. Große Kauf- und Warenhausunternehmen, Fachmarktketten und tausende von Mittelständlern sind durch die verfügten Geschäftsschließungen in ihrer Existenz massiv gefährdet. Die verfügten Geschäftsschließungen führen bundesweit zu einem Umsatzausfall von ca. 1,15 Milliarden Euro pro Tag bzw. 7 Mrd. Euro pro Woche. Betroffen sind viele kleine Textileinzelhändler, Schuh- und Sportgeschäfte, Parfümerien, der Möbeleinzelhandel und Elektronikgeschäfte sowie Kauf- und Warenhäuser.“ Neben diesem Umsatzausfall sieht der HDE aber eine mindestens genau so große Gefahr darin, dass Finanzbehörden und Sozialversicherungsträger auf ihren Forderungen beharren. Um dies zu vermeiden, so der HDE, „bedarf es der sofortigen Stundung der im März und April fälligen Zahlungen. Es geht die Angst um, dass insbesondere die Sozialversicherungsträger sofort die Pfändung der fälligen Sozialversicherungsbeiträge einleiten und damit als Brandbeschleuniger eine Insolvenzwelle im Handel auslösen.“ Deshalb müssten „Steuervorauszahlungen zinslos gestundet und direkte Sofortzahlungen für bedrohte Handelsunternehmen ausgezahlt werden“.

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